Elterninformation des neu gewählten Elternbeirates
Liebe Eltern,
seit Beginn des neuen Schuljahres ist die Grundschule Otterstadt offiziell Schwerpunktschule, d.h. Schülerinnen und Schüler, die nach Feststellung der Schulbehörde sonderpädagogischen Förderbedarf haben, können integrativ in der Grundschule gefördert und unterrichtet werden. Viele von uns haben sich womöglich gefragt, was dies nun genau bedeutet – für unsere Kinder, für das Lehrerkollegium, aber auch für uns Eltern. Der neu gewählte Elternbeirat möchte dieses Thema daher nochmals aufgreifen und über die Hintergründe informieren.
Gesetzliche Grundlagen
Die schulische Förderung für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Rheinland-Pfalz basiert auf Grundsätzen, die im Landesgesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen vom 16.12.2002 formuliert sind. Diese Grundsätze zur Verwirklichung einer größtmöglichen Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung im Bereich der schulischen Bildung spiegeln sich im Schulgesetz vom 30.3.2004 wider. Die Umsetzung wird in Rheinland-Pfalz durch das Konzept der Schwerpunktschulen unterstützt, die sowohl in der Primarstufe als auch in der Sekundarstufe I wohnortnah integrativen Unterricht anbieten.
Aufgaben und Ziele
Die Grundschule als die für alle Kinder gemeinsame Grundstufe des Bildungswesens hat die Aufgabe, alle Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung ihrer individuellen Voraussetzungen zu fördern. Dieser Aufgabe nimmt sich die Grundschule Otterstadt in besonderer Weise an, indem sie Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf in den gemeinsamen Unterricht und die Erziehung mit einbezieht. Die Schüler/innen der Schwerpunktschule haben die Möglichkeit, im eigenen Lerntempo Lerninhalte zu bewältigen und individuelle Lernziele anzustreben. Als Grundlage der Förderung werden für Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Förderpläne erstellt.
Die integrative Förderung findet in diesem Schuljahr hauptsächlich in der 2. Klasse statt. Hierfür erhält die Grundschule Unterstützung von der Förderschullehrerin Frau Yvonne Wintoch, die mit 18 Lehrerwochenstunden gemeinsam mit den Lehrerinnen Einzelförderung und Förderung in Kleingruppen für alle Schüler je nach Bedarf durchführt. Grundsätzlich können pro Klasse zwei bis drei beeinträchtigte Kinder aufgenommen werden. Da die Grundschule Otterstadt jedoch eine aufbauende Schwerpunktschule ist, werden in der Regel erst in den zukünftigen 1. Klassen beeinträchtigte Kinder aufgenommen. In den jetzt bestehenden Klassen kommen normalerweise keine Schüler mehr dazu.
Integration als Chance
Das pädagogische Konzept der Schwerpunktschule sieht vor, dass viele verschiedene Berufsgruppen im Team arbeiten. Die Schwerpunktschulen sind daher personell differenzierter ausgestattet. So unterrichten an
der Schwerpunktschule Otterstadt neben den Grundschullehrkräften auch Sonderschullehrkräfte und Pädagogische Fachkräfte, durch die erst das stark differenzierte Unterrichten in der heterogenen Lerngruppe optimiert wird. Von dieser besseren personellen Ausstattung profitieren alle Kinder der Grundschule. Da alle Schulen nach dem Schulgesetz zur individuellen Förderung einschließlich einer dokumentierten Förderplanung verpflichtet sind, kann man es als Chance der Schwerpunktschulen sehen, dass diese mit dem förderpädagogischen Team Unterstützung bei Förderdiagnostik, Förderplanung und Ausführung der individuellen Förderung in Form von integrativer sonderpädagogischer Förderung vor Ort haben, wie sie anderen Schulen nicht zur Verfügung steht. Eine große Chance für beeinträchtigte Schüler stellt an der Schwerpunktschule außerdem die Möglichkeit dar, dass Kinder mit Fördergutachten ohne erneuten Test, am Ende der Grundschulzeit je nach Entwicklung den Grundschulabschluss bekommen können und anschließend eine weiterführende Regelschule besuchen.
Ein erstes Fazit
Die neue Schwerpunktschule in Otterstadt bietet für alle Kinder neue Chancen und Perspektiven: Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf können voneinander und miteinander lernen. Im Umgang miteinander werden sie Verständnis für einander entwickeln, Berührungsängste abbauen, spannende Erfahrungen machen und dabei ganz spielerisch ihre Sozialkompetenz erhöhen und ihren Horizont erweitern.
Der Elternbeirat wünscht der neuen Schwerpunktschule in Otterstadt einen gelungenen Start und freut sich darauf, das Lehrerkollegium und die Schulleitung bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Wenn Sie noch Fragen oder weiteren Informationsbedarf haben, sprechen Sie uns bitte an. Nützliche Hinweise erhalten Sie zudem in der Broschüre „Sonderpädagogische Förderung an Schwerpunktschulen und an Förderschulen in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I“ , die vom Land Rheinland-Pfalz herausgegeben wurde und im Internet unter folgendem Link als PDF heruntergeladen werden kann: Broschüre.pdf
Herzlichst Der Schulelternbeirat der Grundschule Otterstadt
[zurück] |